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Alumni-Interview: Juan José Briseno

Nach seinem Studium Bühnenbild_Szenischer Raum, das er 2014 abschloss, setzte Juan José Briseno – zurück in seiner Heimat Mexiko – zahlreiche Projekte im Theaterbereich um. Neben seiner künstlerischen Praxis, ist er in der Lehre im Bereich Theaterwissenschaften tätig. 

Du hast Theaterwissenschaften und später im Master Bühnenbild studiert. Heute arbeitest du parallel in beiden Bereichen. Hattest du zu Beginn deines Studiums im Master Bühnenbild_Szenischer Raum schon dein heutiges Berufsbild vor Augen?
Richtig, seit meiner Rückkehr arbeitete ich in meiner Heimat Mexiko-Stadt in beiden Bereichen als Professor an der Tecnológico de Monterrey CSF und gleichzeitig als Regisseur und Bühnenbildner in Theater, Oper und Film. Mein jetziges Berufsbild hatte ich nicht so klar im Sinn, wobei ich von Beginn an eine Art unbewusste Ahnung hatte einmal so zu arbeiten. Damals hatte ich vor allem eine große Faszination für Deutschlands Theaterüberlieferung und war gespannt darauf neue Weltanschauungen kennenzulernen.

War es von vorn herein dein Plan wieder zurück in deine Heimat zu kehren?
Nein, ich hatte nicht wirklich Pläne für die Zukunft gehabt.  Ich hatte nur das Studium im Kopf und war begierig danach neue Erfahrungen zu sammeln.

Welche Schwerpunkte hast du in deinem Studium gelegt?
Auf jeden Fall den Schwerpunkt Bühne! Seit jeher lag mein Interesse bei der Bühne und ihrer Dramaturgie. Als Theaterregisseur war ich gewissermaßen schon dort zuhause. Ich empfand es aber als Wesentlich die Bühne beziehungsweise den Theaterraum von verschiedenen Seiten kennenzulernen und mir selbst neue Möglichkeiten und Perspektiven zu eröffnen und mich weiterzuentwickeln.

Was hat es für dich bedeutet in einer kulturellen Metropole wie Berlin zu studieren?
In Berlin zu studieren, ist der Traum vieler Theatermacher aus Lateinamerika. Mich persönlich hat  besonders die andere Weltanschauung dieser Stadt interessiert. Nicht nur das zeitgenössische Berlin, sondern auch sein schwieriges Gesicht während des 20. Jahrhunderts. Die Wunden der Stadt waren immer und überall spürbar. Für neue Inspiration musste man nur auf die Straßen gehen und hören, was die Gebäude, Häuser, Gärten, Läden, Viertel, Leute mit einem teilen wollten. Das half mir sehr für meine Arbeit im Studium. New York, London, Rom, Barcelona und Berlin sind Städte, die von innen heraus eine kulturelle Stimmung haben und die mich sehr geprägt haben.

Hast du Tipps, die du jemandem geben würdest, der einen ähnlichen Weg einschlagen möchte?
Die Zeit an der TU war für mich ein sehr angenehme Erfahrung, was auch meinem doppelten Stipendium (ein mexikanisches und ein deutsches) zu verdanken war. Dadurch konnte ich mich voll auf den Master konzentrieren und alles in vollen Zügen genießen. Ich empfehle es jedem/r, sich für Stipendien zu bewerben. Und dennoch sollte man die Anstrengung eines Studiums in einem anderen Kulturkreis nicht unterschätzen! Man ist im Bereich Theorie und Praxis ständig mit Herausforderungen konfrontiert, die einen an seine Grenzen bringen. Aber natürlich: Am Ende blickt man auf großartige Erfahrungen und eine exzellente Ausbildung zurück.

Was würdest du einem/r Studienanfänger*in des Masters Bühnenbild_Szenischer Raum noch mit auf den Weg geben wollen?
Jede/r bringt seine einige Einstellung, Zeit und Absicht mit. Wenn ich ein neues unbekanntes Abenteuer vorfinde, sage ich: Warum nicht? Es wird lustig. Und los geht’s! Mein Ratschlag: Hört mal! Schaut mal! Übt schon mal!

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