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Neues aus der Theaterbausammlung

Unser DFG-gefördertes Forschungsprojekt zur Digitalisierung der Theaterbausammlung begibt sich nach fast anderthalb Jahren auf die Zielgerade: Bislang konnten 3024 Zeichnungen, Dokumente und Fotografien zu 297 Theaterbauten inventarisiert werden. Ein Drittel davon ist bereits im Onlinekatalog des Architekturmuseums der TU Berlin recherchierbar. Hauptaugenmerk liegt auf dem sehr gut erhaltenen Konvolut zum Handbuch „Das Deutsche Theater“, das im Auftrag von Albert Speer, dem Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, seit 1939 erarbeitet wurde. Das Standardwerk sollte eine detaillierte architektonische und bühnentechnische Beschreibung sämtlicher Theaterbauten des damaligen „Großdeutschen Reiches“ enthalten, kam allerdings nie zur Veröffentlichung.

Für die Erschließung der über 500 historischen Glasplatten aus dem Nachlass von Prof. Friedrich Kranich, die zum großen Teil unkatalogisiert und ohne inhaltliche Hinweise zu uns kamen, konnten wir im letzten Semester eine neue hochschulübergreifende Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin aufbauen: Herr Dr. Jammerthal und seine Studierenden haben im Seminar “Aktuelle Arbeitsfelder objektbasierter Theaterhistoriografie“ unsere Theaterbausammlung untersucht, praxisnah den Umgang mit Objekten kennengelernt und wertvolle Recherche-Ergebnisse für den Erfassungsprozess erarbeitet.

Einen zweiten Schwerpunkt der Theaterbausammlung bildet der umfangreiche Fotonachlass des Architekten Gerhard Graubner mit seinen Theaterbauten. Neben Wettbewerbsentwürfen aus den 1950er und 1960er Jahren sind dort vor allem bekannte Nachkriegswerke wie das Schauspielhaus Bochum, das Schauspielhaus Wuppertal und viele andere seiner Bauten dokumentiert. Erfreulicherweise wird dieser Fotonachlass zurzeit mit seinem Plan- und Büronachlass zusammengeführt, der bereits vor einigen Jahren im Architekturmuseum digitalisiert werden konnte. Bis Ende Januar 2018 werden wir den Bestand gänzlich erfasst haben und online abrufbar machen.

Am 11. Juli 2017 präsentiert Projektleiterin Franziska Ritter mit ihrem Vortrag “Mapping Theatre Architecture” das Projekt in Oxford (UK) auf der Digitizing the Stage Conference auf internationaler Ebene. Im Interview mit der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland gibt sie Auskunft über Hintergründe, die Bedeutung der Sammlung für Forschung und Lehre und über zukünftige Anknüpfungspunkte. Die jüngste Veröffentlichung von Prof. Dr. Bri Newesely, Franziska Ritter und Olivia Danilsen zum Thema “Theatrale Kartografien für Berlin” ist soeben druckfrisch in der Fachzeitschrift Vierte Wand #007 erschienen (online ab Seite 66 nachzulesen). Auch auf der internationalen Stage Set Scenery Messe in Berlin ist das Projekt im Juni der Fachwelt im Kongressprogramm vorgestellt worden.

Last but not least: neu im Team begrüßen wir Julia Kleinschmidt, die als zweite studentische Hilfskraft unser Projekt seit März 2017 bereichert.

Infos zum Projekt: http://www.tu-buehnenbild.de/forschung/theaterbausammlung/
Projektleitung / Kontakt: Franziska Ritter

 

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