Im Seminar entwickeln die Studierenden unter Leitung von Annette Müller und Robert Niemann Konzepte, wie die architektonische und akustische Qualität der Philharmonie für blinde, sehbeeinträchtigte und alle Menschen multisensorisch zugänglich gemacht werden kann. Ziel ist die Konzeption und prototypische Umsetzung einer Tast- und Klangführung, die Raum, Materialität und Akustik erfahrbar macht.
Die Berliner Philharmonie, entworfen von Hans Scharoun, gilt als Ikone moderner Konzertarchitektur. Ihr „Weinberg“-Prinzip übersetzt eine demokratische Raumidee in gebaute Form: Das Publikum umgibt das Orchester, Hierarchien werden räumlich aufgelöst, Gemeinschaft entsteht durch Nähe. Scharouns Architektur lebt von Bewegung, Staffelung, Nähe und Resonanz. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Berliner Philharmoniker soll das Haus verstärkt auch für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen geöffnet werden, da die architektonische Qualität des Ortes bislang weitgehend visuell erfahrbar ist.
Das Seminar findet in enger Kooperation mit den Berliner Philharmonikern statt und beinhaltet die Zusammenarbeit mit Betroffenengruppen, die Entwicklung und den Bau von Prototypen, sowie die Gestaltung der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse zum Projektabschluss am Tag der offenen Tür der Philharmonie Berlin (21. Juni 2026 von 11-18 Uhr).
Studierende: Sophie Leypold, Noah Ebert Gómez, Hanna Kritten, Luise Knoppan, Fan Ye, Karlotta Maurer, Philipp Eyselein, Luise Koerber, Somayeh Ahmeh, Eva Patramani, Jan Schröder, Atefeh Salehdoost, Natalia Ramirez, Kalin Traykov, Samuel Yeboa,
Titelbild: Concept sketch of the Philharmonie (detail), Hans Scharoun, ca. 1956. Akademie der Künste, Hans-Scharoun-Archiv, no. 2692, WV 222. Courtesy of Akademie der Künste, Berlin. © 2017 Artists Rights Society (ARS), New York / VG Bild-Kunst, Bonn
