In diesem Realisierungsprojekt im Sommersemester 2026 geht es um die Inszenierung eines ortsspezifischen Konzertformats in Kooperation mit dem Stegreif Orchester, einem jungen Berliner Orchesterkollektiv, das klassische Werke rekomponiert, ohne Noten und ohne Dirigent spielt und Improvisation ins Zentrum stellt.
Auf dem Gelände des Teufelsberg – der ehemaligen Abhörstation im Berliner Grunewald und heutigem Street Art Hot Spot – sollen Mitte August 2026 4 Konzertaufführungen für jeweils ca. 200 Personen in mehreren Stationen als eine Art Wandelkonzert stattfinden. Die vier historischen Zeitschichten des Teufelsberg – Militärhochschule, Trümmerberg, Abhörstation und heutiger Street-Art-Spot – sollen räumlich und musikalisch erfahrbar gemacht werden, u.a. mit Richard Strauss’ Streicherseptett „Metamorphosen“, György Ligetis Bläserquintett „Sechs Bagatellen“, Alfred Schnittkes „Stille Musik“ sowie aktuellen Kompositionen und dem Abschlussprogramm „feel:free“ in der ehemaligen Kantine des Teufelsbergs.
In der Verknüpfung von künstlerischer Praxis und Wissenschaft arbeiten Studierenden der Studiengänge Architektur und Bühnenbild_Szenischer Raum der TU Berlin unter Leitung von Franziska Ritter interdisziplinär zusammen, um ein ganzheitliches Konzert-Design zu entwickeln. Relevante Aspekte der Arbeit sind die Auswahl der Konzertorte, die Besucher*innenführung, das Kostüm, die Szenische Einrichtung, das Lichtdesign sowie Videoprojektionen und Vermittlungsformate.
Konzerte:
Sonntag, 9. August 2026, 17 Uhr
Montag, 10. August 2026, 16 Uhr
Dienstag, 11. August 2026, 17 Uhr
Mittwoch, 12. August 2026, 17 Uhr
Wo?
Abhörstation Teufelsberg
Teufelsseechaussee 10
14193 Berlin
Abhörstation Teufelsberg
Zwischen Abhören und Aufhorchen
Der Teufelsberg erhob sich buchstäblich aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs. Er wurde aus den Überresten des zerstörten Nachkriegs-Berlins auf den Fundamenten einer unvollendeten militärtechnischen Hochschule der Nationalsozialisten errichtet. Seine erhöhte Lage machte ihn ideal für die Nutzung als US-Abhörstation während des Kalten Krieges, bekannt als ‚Field Station Berlin‘, die der Spionage diente. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Fortschritt in der Satellitenkommunikation wurden die traditionellen Methoden der Abhörung zunehmend obsolet. Die Einrichtung wurde nicht mehr als notwendig erachtet und schließlich 1992 außer Betrieb genommen. Ein umfassendes Nutzungskonzept scheiterte und so lag das Grundstücke jahrelang brach. Die inzwischen denkmalgeschützte Ruine der Abhörstation auf dem Teufelsberg ist heute ein lebendiges Zentrum für Kunst und Kultur und steht als Ausstellungsgelände für Streetart Besucher*innen offen.
https://stegreif.org/programm/sky-concert
TEAM
Künstlerisches Management: Lorenz Blaumer
Musikalische Leitung: Sebastian Caspar
Lichtdesign: Arnaud Poumarat
Projektleitung: Lea Hladka
Dozentin / Szenografin TU Berlin:
Franziska Ritter
Studierende TU Berlin:
Somayeh Ahemeh, Joy Dourmashkin, Ayman El-Sakrane, Fatemeh (Osveh) Heidari, Anna Lena Höink, Anna Mattea Iverec, Luise Koerber, Luise Krüger, Sophie Leypold, Arthur Lopes Capelo de Matos, Parnian Naiieri, Eva Patramani, Alicia Quigley, Sophia Schrölkamp, Steffen Suhr, Hanna Kritten Tangsoo, Lorenz Willkomm, Sepideh Yekehbash
