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Lange Weile

Kooperation: LWL-Industriemuseum
Dozent: Johann Jörg
Ausstellungsszenografie, Realisierung

oder auf der Suche nach der leeren Zeit

Mit dem Ausstellungsprojekt wagt das LWL-Industriemuseum ein interdisziplinäres Experiment. Studierende des Masterstudiengangs Bühnenbild_ Szenischer Raum der TU Berlin haben sich mit dem Thema „Langeweile“ beschäftigt und ihre Ideen und Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Medien umgesetzt.

Ausstellung: Lange Weile
Ort: LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Henrichshütte Hattingen, Werksstr. 25, 45527 Hattingen
Öffnungszeiten:  Dienstag-Sonntag und an Feiertagen 10-18 Uhr, Letzter Einlass 17.30 Uhr

Mit der Installation „Labyrinth“ von Anne Laure Jullian de la Fuente auf dem Außengelände des Museums kann der Besucher sich entscheiden, ob er die Entschleunigung des Umweges wählt oder doch den direkten Weg zum Ziel nimmt und sich keine Zeit lässt. In seiner Performance ,,Neuland” im Keller des Gebläsehauses beschäftigt sich Takaya Kobayashi mit Zeit, Raum, Körper und der Grenze zwischen Kunst und Leben – live und virtuell. Im angrenzenden Raum macht die Light/Sound-Komposition ,,Muße in Arbeit” von Victor Treushchenko-Bernhardt den Takt der vergehenden Zeit fühlbar und sensibilisiert für den Umgang mit Raum und Zeit.
Beim „Müßiggang“ von Amina Nouns können die Besucher auf einem Audio-Pfad dem Hochofen 3 lauschen, der sich – nach der Werksschließung 1987 in „Rente“ – seine ganz eigenen Gedanken zum Thema Langeweile macht.

Hinter dem zunächst eher negativ besetzten Begriff der Langeweile eröffnet die Ausstellung eine tiefere Ebene. Die ‚leere Zeit‘ kann als Ausgangspunkt für kreative Prozesse dienen, der ‚leere Raum‘ kann Inspiration sein und mit Ideen und Projekten gefüllt werden“, so Johann Jörg, TU Berlin. „Gleichzeitig handelt es sich um einen unterschätzten, einen facettenreichen Begriff dessen Konnotation sich im Laufe der Zeit gewandelt hat. Ist der Begriff in der eigenen Erinnerung vielleicht eher mit negativen Gefühlen besetzt, als Zeitraum, in dem nichts passiert, in dem sich die Zeit schier endlos in die Länge zieht, wird Langeweile heute vielmehr mit ‚freier Zeit‘ assoziiert und ersehnt. In Zeiten unendlicher Beschäftigungsmöglichkeiten, Zwängen und hoher Arbeitsbelastung ist sie fast schon zum Luxus geworden.“

Ausstellungsszenografie:  Anne-Laure Jullian de la Fuente, Takaya Kobayashi, Victor Treushchenko-Bernhardt, Amina Nouns

Mentoren: Johann Jörg, Prof. Kerstin Laube

Fotos © LWL-Industriemuseum,  Takaya Kobayashi

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